Stromkosten eines SmartHomes, Teil I: Stromkosten pro Jahr

Stromkosten

Stromkosten eines SmartHomes

Inspiriert von einem Artikel auf Heise.de, bei dem es um eine Rechnung hinsichtlich der Stromersparnis beim Programmieren geht, habe ich mir das Thema SmartHome vorgenommen. Mit der grundsätzlichen Frage: Spare ich damit denn Strom? Wie wirkt sich das auf die Stromkosten aus?

Das ist eine durchaus vernünftige Frage. Das Thema Strom sparen wird in Zukunft immer wichtiger werden.

Beginnen wir bei den Voraussetzungen: Wir gehen in unserer Rechnung von einer 4-Zimmer-Wohnung (Küche, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad, WC) mit rund 90 m2 aus. Wir bauen in unsere Musterwohnung einiges an smarten Geräten ein:

  • Einen Hub, also eine “Zentrale”,
  • eine Sprachsteuerung,
  • Schaltbare Lampen und Lichter (12) in der ganzen Wohnung, ebenso wie
  • intelligente Thermostate (7),
  • eine Alarmanlage,
  • Bewegungsmelder (Flur und beide Bäder),
  • sowie einige Geräte per schaltbarer Steckdose (Kaffeemaschine, 2 Lampen).

 

Berechnung der Stromkosten

Alle Geräte sind nachträglich “enabled” bzw. eingebaut. Wir sprechen hier also nicht von kompletten Installationen, die zum Beispiel Unterputz installiert werden müssen. Es geht um ein “Allerwelts-Setup”, das prinzipiell überall machbar ist. Bevor ich damit beginne: Komplett außer Acht gelassen habe ich die den ökologischen Footprint (und somit auch den Stromverbrauch) für Entwicklung, Produktion und den Versand der einzelnen Lösungen – einfach weil ich auf Anhieb hier an keine Daten komme.

Beginnen wir auf der Negativseite, das heißt was “kostet” uns ein SmartHome an Strom, umgerechnet auf ein Jahr.

Ein typischer Hub hat eine Standby-Leistungsaufnahme von rund 0,1 Watt und eine Arbeitsleistung von ca. 2-3 Watt. Ich gehe hier rechnerisch von 2 Watt aus, um der Standby-Leistungsaufnahme ebenfalls gerecht zu werden. Das macht (auf Basis des Stromkostenrechners unter https://www.bbx.de/stromkostenrechner/) einen Jahresverbrauch von rund 17,47 kWh und somit Kosten von ca. 5 Euro pro Jahr. 5 Euro Stromkosten sind nicht wirklich viel, ich hätte hier mit mehr gerechnet.

Als nächstes schauen wir uns eine typische Sprachsteuerung an. Bei diversen Tests und Angaben deutet sich ein Verbrauch von 2 Watt (Standby) und bis zu 8 Watt (Musik) an. Ich nehme für unseren Fall eine 75%ige Standby-Zeit an. Das ergibt dann rund 30,58 kWh pro Jahr und entspricht somit ca. 8,87 Euro / Jahr. Auch das ist ein recht geringer Betrag, wenn man davon ausgeht, dass zum Beispiel täglich 3 Stunden fernsehen im Jahr schon mit rund 30 Euro zu Buche schlagen.

Die schaltbaren Lampen, Lichter und Thermostate, sowie die Steckdosen benötigen natürlich auch im ausgeschalteten Zustand Strom, sie sind ja jederzeit per WLAN oder anderem Protokoll ansprechbar. Hier wird meinst von rund 0,5 Watt ausgegangen. Bei unseren 22 Geräten sprechen wir somit von rund 96kWh / Jahr, was ca. 27,87 Euro entspricht.

Nun haben wir noch die Alarmanlage und die beiden Bewegungsmelder. Bei der Alarmanlage gibt es massive Unterschiede in den Angaben. Ich rechne hier mit einem der mittleren Werte von 5 Watt, das entspricht dann pro Jahr ca. 12,67 Euro. Bei den Bewegungsmeldern stellt es sich ähnlich wie bei den Thermostaten dar- meist sind diese mit AAA-Batterien betrieben, somit sprechen wir von Pfennigbeträgen im Jahr (bei Akkus).

In unserer Beispielwohnung kommen wir somit auf laufende Kosten von rund 42 Euro.

 

Fazit, Teil I

42 Euro stehen somit auf der Negativ-Seite für ein SmartHome. Ich runde das zur Sicherheit großzügig auf 50 Euro nach oben auf, da vielleicht auch mal was dazu- oder auch wegkommt. Ich werde die Anschaffungskosten NICHT dazurechnen, aus dem ganz einfachen Grund: Das smarte Home wird gewissermaßen als Luxusgegenstand gekauft und bietet ja diversen Mehrwert. Hauptzweck ist nicht das Sparen von Strom, sondern die Funktionalität, der Luxus jederzeit per Sprachbefehl Musik laufen zu lassen, etc. Es ist keine Solarzelle für das Dach, bei dem es ausschließlich um den Return of Invest geht, mit der Frage, wieviel Jahre es benötigt, bis es sich amortisiert.
Im nächsten Beitrag werde ich die positiven Effekte versuchen darzustellen, also zum Beispiel die Fragestellung: “Was spare ich an Strom durch smarte Thermostate” oder die Frage “Was spare ich an Strom durch intelligente Lichtsteuerungen”.
Next: Berechnung der Ersparnis.
Beitragsbild © Jürgen Fälchle – Fotolia.de

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One Thought to “Stromkosten eines SmartHomes, Teil I: Stromkosten pro Jahr”

  1. Mike

    Die Stromkosten können sogar noch höher als in eurer Beispielrechnung sein. Sonos-Lautsprecher zB sind in dieser Hinsicht keine Kostverächter. digitalzimmer hat da vor einiger zeit mal eine aufstellung gemacht: https://www.digitalzimmer.de/artikel/wissen/standby-verbrauch-im-smart-home/

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